Priester-WG

Mitten drin im Geschehen eines lebendigen Hauses: die "Priester-Wohngemeinschaft"

 

 

 

Eine spannende Herausforderung. Jedenfalls für mich, wird uns doch immer wieder nachgesagt, dass wir eher Einzelkämpfer sind.
Von außen betrachtet ist dem scheinbar auch so: Mag. Johannes Biener – er wohnt seit Herbst 2012 hier – ist Kaplan am LKH Graz, Mag. Günther Zgubic als Ältester arbeitet als Caritasseelsorger und ist viel in der Steiermark unterwegs, Mag. Szymon Augustyn kam im August aus der Diözese Rzeszów in Polen und soll in seinem ersten Jahr kräftig Deutsch lernen. Und dann gibt es noch den Regens des Hauses. Vier unterschiedliche Priester, demnach auch vier verschiedene Lebenszyklen – von der „Rund-um-die- Uhr-Bereitschaft“ angefangen bis zu einem schulischen Stundenplan – teilen sich die gemeinsame Küche samt Wohnzimmer im heurigen Studienjahr auch mit vier Studenten, die in der „Initiative Berufungspastoral“ leben. Und das – wie gesagt: mittendrin im Augustinum.
Was macht dieses Leben so „besonders“? Sind es die Begegnungen? Auf der einen Seite des Wohnzimmers kommen die hier wohnenden Seminaristen zur Tür herein, um bei der Gottesdienstvorbereitung oder auch der Spiritualstunde dabei zu sein, aber auch weil sie einfach mal eine Frage haben – ans Leben. Auf der anderen Seite steht die Tür weit offen zu den Bildungsinstitutionen im Haus: Immer wieder schauen Lehrende und Studierende vorbei, um einen Rat zu erfragen, um in einer herausfordernden Situation wieder Boden unter den Füßen zu bekommen… Sind es die gemeinsam verbrachten Frühstücke, zu denen an Wochenenden und Feiertagen immer wieder auch Burschen aus der Oberstufe des Seminars, die hier bleiben, eingeladen werden? Sind es die gemeinsam verbrachten Gebetszeiten – in Kapelle, Kirche oder in der Priester-WG oder der Austausch mit Jugendlichen über das gelebte Wort? Sind es die brüderlichen Gespräche und der Austausch über das Leben, was einen gerade so beschäftigt oder wer einem begegnet ist? Und, und, und… – Ich würde sagen: Das Leben in einer Familie spielt sich oft auch nicht anders ab. Gerade das aber macht es interessant – wohl auch für jene jungen Männer, mit denen wir den Kühlschrank teilen und damit auch Einkäufe zu klären haben. Ja, wir wissen: „Hier leben wir.“ Und: Wenn wir uns in unserer Freiheit, mit unserem Eigenen einlassen, wird ein Stück weit Kirche erfahren, die ansteckt, weil der Herr mitten unter den Seinen erfahren wird. Mit einer solchen Mitte wird auch jenen geholfen, die ihren Weg suchen, weil sie IHN suchen.

Wilhelm Krautwaschl



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